Kategorie: Limericks [9]

Süße Schwerkraft

Vornehme Dame in festlicher Kleidung isst ein Dessert

Ein guter Limerick ist wie ein Soufflé: leicht und locker, aber es Bedarf an Erfahrung und Übung bei der Herstellung“, schrieb einst ein Dichter in sein Tagebuch. Aber auch der Verzehr eines Soufflés will gelernt sein. Die Schwerkraft und diverse Hindernisse können für die Dame von Welt zu ungeahnten Komplikationen führen.

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Der Dame beim Galadiner
fällt vom Löffel ein Stückchen Soufflé.
Sie bewahrt Etikette -
auf dem Schoß die Serviette.
Über die jedoch ragt's Dekolleté.
Ida Pfingsten
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Limerick zum 100. Geburtstag von Loriot

Loriot-Figuren "Zwei Herren im Bad"

Er war schon zu Lebzeiten eine Legende und daran hat sich auch über 12 Jahre nach seinem Tod nichts geändert. Vicco von Bülow alias Loriot würde heute seinen 100. Geburtstag feiern. Dieser Mann hat den deutschen Humor erst erfunden und deshalb möchte Limerix ihm mit einem Jubiläumslimerick ein kleines Denkmal setzen. An diesem Limerick habe ich unzählige Stunden gefeilt, um die besten Reime, die klangvollsten Worte und die gnadenloseste Pointe zu finden. Ich möchte nicht ohne Stolz behaupten: Es ist einer meiner besten Limericks geworden! Daher kann ich ihn unmöglich selbst vortragen, sondern lasse einen ganz besonderen Gast zu Wort kommen, der Loriot-Fans sicher bekannt sein dürfte.

Hinweis: Leider gibt es zum heutigen Limerick keine Textversion, da der Überraschungsgast das Manuskript verzehrt hat.

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Das bisschen Haushalt

Riesiger Berg mit schmutzigem Geschirr

„Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann“ sang Johanna von Koczian vor über 45 Jahren. Aber wer sich diese in Schlagerform verkündete Lebensweisheit zueigen machte, musste schnell feststellen, dass er einer Lüge aufgesessen war. Noch schlimmer: Man konnte sich gar den Unmut der Ehefrau zuziehen, wie es einem Herrn aus Königsbach-Stein jüngst widerfahren ist.

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Einem Gatten aus Königsbach-Stein, 
dem fiel’s ums Verrecken nicht ein, 
mal zu spülen, zu putzen, 
statt nur zu verschmutzen.  
Das war’s dann, er lebt jetzt allein.
Ursula Eppler
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Lost in Fernost

Jesus auf einer exotischen Insel schaut disorientiert zum Himmel

Asien ist riesig. Und auch die Länder Südostasiens durchwandert man nicht mal eben an einem Sonntagnachmittag. Da kann man selbst als Religionsbegründer schon mal den Glauben an die Schöpfung und den eigenen Orientierungssinn verlieren.

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Auf einem fernöstlichen Eiland
verirrte sich weiland der Heiland.
Er schrie: „So ein Chaos! -
Bin ich nun in Laos,
Kambodscha, Vietnam oder Thailand?“
Klaus Schedlberger
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Halloween 2023 – Der Ton wird rauer

Vier Horrorkinder vor einer geöffneten Tür.
In Düppel sollte man an Halloween besser gar nicht erst die Tür öffnen.

„Süßes oder Saures!“ – Mit diesem fast schüchternen Sprüchlein nötigen seit den 1990er Jahren einmal jährlich auch in Deutschland Kinder friedliebenden Bürgern ihre letzten Süßigkeiten ab. Einige beobachten jedoch eine Verschärfung des Tons, der vor allem in sozialen Brennpunkten wie dem Berliner Villenviertel Düppel bedenkliche Ausmaße angenommen haben soll. Ein Limerix-Reporter hat sich unter Lebensgefahr in diesem Jahr selbst ein Bild davon gemacht.

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Ein Kleinkind im Ghetto von Düppel,
das schwang einen riesigen Knüppel
und schrie: „Ich begrüß es,
gebt ihr mir was Süßes!
Sonst schlag' ich euch alle zum Krüppel!“ 

Der König in Thule – zwei Limericks

Alter König mit Krone und Bart auf einem Thron hält einen goldenen Kelch in der Hand.
Der König von Thule - Gemälde von Pierre Jean Van der Ouderaa

Wem klassische Gedichte zu lang sind, für den schafft Limerix Abhilfe: In der Reihe „Klassiker – kurz gefasst“ reduzieren wir die alten Meisterwerke auf das Wesentliche, denn Zeit ist kostbar! Goethes Gedicht „Der König von Thule“ ist selbst nur ein Ausschnitt aus seinem Faust und wird von Gretchen gesungen. Was aber macht der Limerix-Redakteur, wenn er kein Gretchen greifbar hat, aber dafür gleich zwei Limericks zu Goethes „Der König von Thule“ von zwei verschiedenen Autoren bekommt? Nun, die Lösung ist einfach: Er greift zur Ukulele und zum Theremin (wobei ein Theremin eigentlich nicht gegriffen wird) und bettet beide Gedichte in eine Instrumentalfassung des Evergreens ein. Und selbst die ist immer noch kürzer als Goethes Original!

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1)
Es war mal ein König in Thule
mit einer ihn liebenden Buhle.
Die schenkte dem Zecher
im Sterben 'nen Becher.
Wir lesen's bis heut' in der Schule.

2)
Es war mal ein König in Thule,
der hielt sich im Schloss eine Buhle.
Die war ihm sehr hold,
versah ihn mit Gold,
das warf er zum Schluss in die Kuhle.
1) Sören Köser, 2) Helmut Lindhorst
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Leben am Limit

Rocker mit Bart auf Motorrad

Die Risiken in unserer modernen Welt sind überschaubar: Die Pest ist ausgerottet, die Nahrungsbeschaffung erfolgt i.d.R. kampflos und, wenn wir nicht gerade in Trentino joggen, werden wir hierzulande eher selten von Raubtieren angefallen. Den zu einem erfüllten Leben nötigen Kick Adrenalin muss man sich da schon mal selber suchen, z.B. in Schwelm.

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Ich traf 'nen Hells Angel aus Schwelm
und klopfte ihm zart auf den Helm.
Sprach: "Jemand zu Hause?
Spendier mir 'ne Brause!"
Drauf er: "Na, du bist mir ein Schelm!"
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Gutbürgerlich

Foto: 4666192 auf Pixabay

Wer nach Witten kommt und sich fragt, wo man eine gutbürgerliche Mahlzeit einnehmen könne, für den hat Gastautor Helmut Lindhorst einen Geheimtipp.

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Ein tüchtiger Gastwirt in Witten
serviert gerne Gulasch mit Fritten.
Das Fleisch kommt stets frisch
bei ihm auf den Tisch
vom Klepper, noch gestern beritten.
Helmut Lindhorst
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