Limericks zum Thema:

Romantik

Sternhagelvoll

Die Perseiden sind ein Meteorstrom, der uns jedes Jahr um den 12. August einen Reigen von Sternschnuppen schenkt. Für romantische Seelen ein Hochgenuss, dabei sind die Perseiden lediglich eine Schmutzspur, die ein Komet vor vielen Jahren hinterlassen hat, auf deutsch: Kometenkacke! All zu viel Hochglanzromantik wäre hier fehl am Platz. Ich weiß nicht, ob Charles Bukowski Limericks mochte, aber vielleicht hätte ihm dieser über einen melancholischen Säufer aus Herne gefallen.

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Es war mal ein Säufer aus Herne,
der schaute im Suff in die Sterne.
Er zählte zwölf Schnuppen
und rauchte drei Fluppen.
Dann kotzte er an die Laterne.
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Loreley

Moderne Loreley sitzt barfuß auf einem Felsen am Fluss und spielt Gitarre

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
daß ich so traurig bin;
ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Sechs solcher Strophen kritzelte einst Heinrich Heine mit dem Edding in sein Musenheft und widmete sie einem Felsen am Rhein. In unserer unruhigen Zeit zappen da viele spätestens in der zweiten Strophe weiter oder switchen um auf Netflix, um sich Staffel 13 einer Endlosserie reinzuziehen. Helmut Lindhorst reduziert das Loreley-Märchen auf das Wesentliche, nämlich Loreley (der ersoffene Schiffer hatte ja nicht mal einen Namen), und macht daraus einen traurigschönen Limerick. Da mir der jetzt wiederum ein wenig zu kurz erschien, habe ich zur Loreleier, Verzeihung, Ukulele gegriffen und dem Werk das passende musikalische Ambiente gegeben.

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Dort oben im Berge am Rheine
sitzt Lore, die blonde, alleine.
Sie schwingt ihren Kamm
und singt wundersam
ein trauriges Liedchen von Heine.
Helmut Lindhorst
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